Die Verwirklichung des Traumes

Ich hatte den Brief noch gar nicht richtig gelesen, aber der Inhalt war schnell klar, als ich einen Gefühlsflash bekam. Mir kamen Freudentränen, ich bin total ausgerastet. Dann las ich ihn komplett. Es war also die Einladung zum Sporttest. Im Anhang stand, was ich alles leisten muss. Die Freudentränen verwandelten sich in pure Angst. 10 Klimmzüge im Hang. Zweifel kamen auf. Ich schnappte mir sofort die Sportklamotten und legte am Spielplatz los. Zwei Klimmzüge. Ich kämpfte. Ich hatte noch zehn Tage Zeit. Jeden Tag einen mehr. Mein Bruder gab mir einen entscheidenden Tipp, wie ich sie machen muss. Meine Eltern unterstützen mich, wo es nur ging. Sie stoppten die Zeit beim Sprint, maßen die Höhe beim Jump-and-Reach. Dann wurde ich krank. Aber ich wollte es durchziehen, es war meine einzige Chance. Das Training musste ich pausieren, also bereitete ich mich mental darauf vor. Am Vortag fuhren wir nach Darmstadt, ich hatte auf dem einen Ohr nichts mehr gehört, hab mich im Hotel noch mit der Infrarotlampe behandelt. Schließlich hab ich mich einfach nur noch schlafen gelegt. Am nächsten Morgen hörte ich wieder was. Nachdem ich plötzlich lautstark niesen musste, war meine Stimme weg. Und dennoch wollte ich das durchziehen. Ich habe es durchgezogen. Fünf Klimmzüge. Mehr wollten sie zum Glück auch nicht unbedingt sehen. Die Ausbilder waren begeistert. Am Tag darauf musste ich noch zum Arzt. Auch er hatte nichts Negatives zu sagen. Nur meine Leberwerte waren - wie angekündigt - zu hoch, weil ich logischerweise vor dem Test noch einige Tabletten gegen Halsschmerzen genommen hatte. Ein paar Wochen später konnte ich normale Blutwerte vorzeigen. Dann kam die Zusage. Ich hatte es geschafft.

26.1.14 15:04

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