Über

Hallo, ich bin Susi. Ich mache eine Ausbildung zur Werkfeuerwehrfrau und bin auch ehrenamtlich in der Feuerwehr. In meiner Freizeit mache ich viel Sport um fit zu bleiben, fahre sehr gerne Motorrad, höre Musik, schreibe Texte und Aphorismen und betreibe Landschaftsfotografie für mich selbst, also eher unprofessionell. Natürlich unternehme ich auch gerne etwas mit Freunden. Dieser Blog besteht größtenteils aus Reisen. Mal mit geplantem Ziel, mal mit dem Weg als Ziel.

Alter: 21
 


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Die Verwirklichung des Traumes

Ich hatte den Brief noch gar nicht richtig gelesen, aber der Inhalt war schnell klar, als ich einen Gefühlsflash bekam. Mir kamen Freudentränen, ich bin total ausgerastet. Dann las ich ihn komplett. Es war also die Einladung zum Sporttest. Im Anhang stand, was ich alles leisten muss. Die Freudentränen verwandelten sich in pure Angst. 10 Klimmzüge im Hang. Zweifel kamen auf. Ich schnappte mir sofort die Sportklamotten und legte am Spielplatz los. Zwei Klimmzüge. Ich kämpfte. Ich hatte noch zehn Tage Zeit. Jeden Tag einen mehr. Mein Bruder gab mir einen entscheidenden Tipp, wie ich sie machen muss. Meine Eltern unterstützen mich, wo es nur ging. Sie stoppten die Zeit beim Sprint, maßen die Höhe beim Jump-and-Reach. Dann wurde ich krank. Aber ich wollte es durchziehen, es war meine einzige Chance. Das Training musste ich pausieren, also bereitete ich mich mental darauf vor. Am Vortag fuhren wir nach Darmstadt, ich hatte auf dem einen Ohr nichts mehr gehört, hab mich im Hotel noch mit der Infrarotlampe behandelt. Schließlich hab ich mich einfach nur noch schlafen gelegt. Am nächsten Morgen hörte ich wieder was. Nachdem ich plötzlich lautstark niesen musste, war meine Stimme weg. Und dennoch wollte ich das durchziehen. Ich habe es durchgezogen. Fünf Klimmzüge. Mehr wollten sie zum Glück auch nicht unbedingt sehen. Die Ausbilder waren begeistert. Am Tag darauf musste ich noch zum Arzt. Auch er hatte nichts Negatives zu sagen. Nur meine Leberwerte waren - wie angekündigt - zu hoch, weil ich logischerweise vor dem Test noch einige Tabletten gegen Halsschmerzen genommen hatte. Ein paar Wochen später konnte ich normale Blutwerte vorzeigen. Dann kam die Zusage. Ich hatte es geschafft.

26.1.14 15:04, kommentieren

Der Weg zur Verwirklichung eines Traumes

Ich war in der 6. Klasse, als ich begann über meine Zukunft nachzudenken. Zu dieser Zeit war ich im Gymnasium, also lagen eigentlich noch sechs Schuljahre vor mir. Darauf hatte ich aber keine Lust. Meine Meinung war: Keine Jahre sinnlos in den Sand setzen, nicht studieren, sondern nach der Schule direkt arbeiten. Ich wollte unabhängig sein. Also begann die Suche nach Zukunftsperspektiven. Als Kind habe ich viel mit Shampoos und Cremes experimentiert, also lag die Pharmazeutin nahe. Jedoch änderte sich das durch die ganzen Krimi-Serien und schließlich wollte ich "Detektivin" werden. Da das wirklich unrealistisch ist, variierte dies zur Kommissarin, Polizistin oder irgendetwas anderes in der Kriminalistik. Mark Benecke wurde zu einem Vorbild für mich. In der 8. Klasse ging ich erstmals zu einer Berufsberaterin. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich, dass ich auf eine Realschule wechseln würde. Also hatte ich keine zwei Jahre mehr bis zum Abschluss Zeit. Sie war da allerdings anderer Meinung. "Ach, dann hast du ja noch viel Zeit." Sie trieb mir auch den Traum der Polizistin aus. Nun stand ich also da. Was sollte ich nach der Schule tun? Studieren definitiv nicht! Mir kamen Gedanken wie Sommeliere, Winzer, irgendetwas zur Zeitüberbrückung um dann vielleicht zur Berufsfeuerwehr gehen zu können. Es war ja nicht von der Hand zu weisen, dass ich frische 16 bin, wenn ich aus der Schule komme. Dann kam der Tipp von meinem Vater, dass ich doch zur Bundeswehrfeuerwehr gehen könnte. Doch all das war nichts gegen den Tipp von einem noch Fremden auf schueler.cc: Werkfeuerwehr. Ich konnte eigentlich alle Voraussetzungen für diese sehr neue Berufsausbildung (3 Jahre) erfüllen. Außer dass ich zwei Monate zu jung war. Das war der Hauptgrund für viele Absagen, wie sich später herausstellte. Die Bewerbungsphase ist eine furchtbare Zeit für einen Teenager mit starkem Willen. Vor allem wenn man keinen Plan B hat. Ich konnte nur hoffen, dass mein Anschreiben und Motivationsschreiben, sowie meine Noten überzeugend genug sind. Hoffen. Hoffen. Hoffen. Und warten. Es waren immer wieder Briefe adressiert an mich im Briefkasten. Man lernt schnell, dass A4-große, dicke Briefe nichts Gutes verheißen. Das sind Absagen mit den Bewerbungsunterlagen. Ein ebenfalls schlechtes Zeichen sind oft die normalen Briefe, dünne Briefe. Denn in diesen Fällen sind es Antworten auf Online-Bewerbungen, also Absagen oder ebenfalls Absagen ohne die Bewerbungsunterlagen. Manche Firmen sind wirklich so dreist, dass sie alles behalten oder die Mappen gar auf einer Art Basar verschenken. Auch unschön sind Firmen, die gar nicht antworten. Man hofft, hofft, hofft. Und es kommt einfach nichts. Ungewissheit ist nach wie vor das Schlimmste, was es gibt. Mit einer Absage kann man leben, aber mit keiner Antwort ist das Leben nicht leichter. Ja, und dann gibt es noch die guten Briefe. Normalgroß und gut gefüllt. Darin befinden sich also keine Bewerbungsunterlagen, sondern vielmehr Einladungen. Der erste gute Brief kam aus Darmstadt; die Einladung zum Einstellungstest. Meine Chance alles zu zeigen. Ich hatte mich lange darauf vorbereitet. Viele Aufgaben waren mir bekannt. Zuvor war ich unglaublich aufgeregt. Nach dem Test wurden 8 Namen aufgerufen. Meiner war nicht dabei. Ich dachte, jetzt ist es vorbei. Dem war nicht so. Es ging weiter zum handwerklichen Test. Das Zittern war eher unvorteilhaft, aber auch das ging irgendwie. Dann ging es wieder nach Hause. Hoffen. Hoffen. Hoffen. Wenige Tage später kam eine weitere Einladung zum Einstellungstest nach Duisburg. Eine eigentlich nicht erwähnenswerte Veranstaltung. Also hoffte ich auf das Beste aus Darmstadt. Der Tag kam. Es steckte wieder ein Brief im Briefkasten. Die Chancen standen 50:50. Absage oder Einladung...

26.1.14 14:48, kommentieren