Über

Hallo, ich bin Susi. Ich mache eine Ausbildung zur Werkfeuerwehrfrau und bin auch ehrenamtlich in der Feuerwehr. In meiner Freizeit mache ich viel Sport um fit zu bleiben, fahre sehr gerne Motorrad, höre Musik, schreibe Texte und Aphorismen und betreibe Landschaftsfotografie für mich selbst, also eher unprofessionell. Natürlich unternehme ich auch gerne etwas mit Freunden. Dieser Blog besteht größtenteils aus Reisen. Mal mit geplantem Ziel, mal mit dem Weg als Ziel.

Alter: 21
 


Werbung




Blog

Burgentour

Neulich hatte ich Fahrstunde und am Ende fragte ich meinen Fahrlehrer, wo ich denn mal kurvenreich in der Nähe fahren könnte. Er sagte, ich solle über die Autobahn nach Seeheim fahren. Das ist wirklich nicht weit, aber dort beginnen tatsächlich schon die Berge vom Odenwald. Also, Seeheim runter, bisschen da lang und dort lang bis ich "Ober-Beerbach" las. Ich wusste, dass die Richtung nicht verkehrt für schöne Strecken ist. Dann tauchte das Schild "Burg Tannenberg" auf. Daran hielt ich mich auch. In der Tat - viele Kurven, und eine ordentliche Steigung. Ich kam am Lufthansa Trainingscenter vorbei. Dann endete die Straße und ich musste laufen. "Tannenberg" jaja.. dort standen überall kahle Buchen. Der Waldweg war schön steil, überall lag Laub. Dann kam ich oben an der Burgruine an. Allein die war schon ein schönes Bildmotiv. Viel ist von der guten Burg ja nicht übrig. Ich lief noch weiter hoch bis zum "Gipfel". Von dort aus hatte man einen tollen Ausblick. Es zog immer mehr zu, aber man konnte wirklich weit schauen. Als ich wieder Bilder im Kasten hatte, lief ich den steilen Waldweg zurück zum Motorrad und machte mich auf den Heimweg. Diesmal aber nicht den, wo ich her kam, sondern einen anderen, in der Hoffnung es gäbe noch paar Kurven. Dem war auch so. Auf einem Schild an der nächsten Einmündung stand "Darmstadt", also bog ich links ab. Diesmal hatte ich Gefälle und nach wie vor schöne langgezogene Kurven. Außerdem war es außerorts, also konnte ich sie schön ausreizen. Plötzlich sah ich im Blickwinkel ein Schild zur Burg Frankenstein. Ja, jetzt wollte ich es aber wissen und wendete. Aus dieser Richtung ist keine richtige Straße, die dort hoch führt, sondern ein autobreiter Weg. Ich glaub, mir kam dort sogar ein Erlkönig entgegen. Nach vielen nicht einsehbaren, engen Kurven und schöner Steigung war ich also oben angekommen und lief vom Parkplatz noch die paar Meter zur Burg. Ich entrichtete meinen Wegezoll und ging die Stein- und Holztreppen hoch. Wieder hatte ich einen tollen Ausblick, diesmal auf Darmstadt und Pfungstadt. Meine Kamera hat an dem Tag wieder einiges leisten müssen und meine Suzuki hat diesen Spaß auch mal wieder verdient.

2 Kommentare 26.1.14 17:19, kommentieren

Frankfurt am Main

Ich fahre gerne umher, will Deutschlands schönste Ecken sehen und fotografieren. Ja, ich reise für Fotos. Diese Woche überkam es mich wieder und ich setzte mir in den Kopf nach Frankfurt zu fahren. Frankfurt erreicht man aber besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln, allein wegen der Parkerei. Ich plante also. Wohin? Wie? Wie viel kostet es? Wann geht die Sonne unter, um gute Bilder machen zu können? Wie wird das Wetter? Was ich nicht wusste war, dass die Eintracht Frankfurt Heimspiel gegen Herta hat. Die Menschen in der Straßenbahn ließen darauf schließen. Wie ich mir per SMS dann sagen lassen musste, sind das übelste Ultras in Deutschland. Ich muss gestehen, dass ich doch etwas Schiss bekam. Ich wollte also auf den Maintower. Auf 198 Metern gibt es eine Plattform. Ich erreichte sie gerade pünktlich in der blauen Stunde. Der Ausblick war gigantisch. Man hat das Gefühl in New York zu sein. Dort oben ist so viel Liebe, das ist echt niedlich. Schade, dass ich allein dort war ;-) Aber ich hatte meine Bilder im Kasten. Noch mehr Bilder schoss ich als ich durch die City flanierte. An paar Ecken stinkt es und allgemein ist Frankfurt unglaublich laut, aber von oben kann man es sich schon mal anschauen.

1 Kommentar 26.1.14 16:48, kommentieren

Ich setze mir etwas in den Kopf und ziehe es durch - auf geheimer Mission und zwei Rädern gen Heimat

Es war Ende September. Und kalt. Meine Mutter würde bald Geburtstag haben und ich hatte schon wieder Sehnsucht nach Zuhause. Zuhause - was ist das schon? In dem Falle die Heimat. Es führte alles Gute zusammen und wir haben uns den Brückentag heraus gearbeitet. Ein langes Wochenende stand bevor. Mir kam eine kranke Idee in den Kopf. Heim fahren. Mit dem Motorrad. Und dann meiner Mutter persönlich zum Geburtstag gratulieren. Die Strecke war eigentlich unkompliziert, da ich mich inzwischen an Autobahnen heran traute. 450 Kilometer hin, 450 Kilometer zurück. Ich wollte endlich wieder Kurven, Berge und Gefälle fahren, denn das gibt einem den Kick. Ich machte am Vortag mein Baby startklar - Volltanken, Ölstand prüfen, Luft aufpumpen, Kette schmieren. Dick eingepackt mit zwei Rucksäcken startete ich gegen 5 Uhr früh bei Minusgraden. Die Kälte machte mir am meisten zu schaffen. Doch mit einem wunderschönen Sonnenaufgang kam auch der Kampfgeist wieder durch. Umdrehen gibt es für mich nicht. Es war ein tolles Gefühl, als die bekannten Städte ausgeschildert waren. Besonders intensiv war es bei der Autobahnabfahrt Chemnitz. Mir schossen Tränen in die Augen, als ich das orangefarbene Schild mit der 95 sah. Ich musste nicht mehr lange durchhalten. Der rechte Griff lief nicht mehr auf Vollgas und der Spaß begann. Von Chemnitz nach Hause sind viele schöne Kurven. Das Wetter war optimal. Ich öffnete die Haustür. Niemand da. Mist. Ich vermutete meine Familie in der Stadt, aber die Pizzeria war geschlossen - logisch, Feiertag. Ich fuhr wieder zurück und dann traf ich sie auch an. Mit den Worten "Du bist doch bekloppt" wurde ich empfangen. Auch diese Aktion habe ich nicht bereut. Das gesamte Wochenende war ich nur am fahren. Es ist meine Art, das Leben zu spüren. Die Rückfahrt am Sonntag war angenehmer; es war generell wärmer und ich hatte noch mehr angezogen. Am nächsten Tag ging es wieder an die Arbeit und ich war wieder total ausgeglichen.

2 Kommentare 26.1.14 16:31, kommentieren

Ostsee 2013

Es handelte sich um einen Azubi-Urlaub meines Betriebes. Wir waren über 40 Leute. Das letzte mal war ich an der Ostsee als ich 10 Jahre alt war. Daher konnte ich es kaum erwarten. Die Kamera musste mit ins Gepäck, denn ich wollte besonders schöne Urlaubsbilder haben. Zehn Stunden Fahrt lagen vor uns. Wir kamen an, bezogen unsere Bungalows. Anders als bei Schulausflügen war die Geschlechtertrennung irrelevant. Ich blieb übrig, also sagte ich ironisch, dass ich mit meinen Kollegen in ein Bungalow gehe. Und plötzlich stand das so auf der Liste. Es war aber eigentlich nichts besonderes. Die Sonne ging schon unter, als ich so voller Sehnsucht nach Meer war, dass ich an dem ersten Abend noch in die Ostsee springen wollte. Paar Feuerwehr-Azubis fanden sich, die ebenso krank sind, dem Rest war das Wasser zu kalt. Am nächsten Tag stellten wir fest, dass am Abend ja doch noch mehr Wärme gespeichert ist als vormittags. Wir lagen die Woche viel am Strand rum, hatten noch diverse Tagesausflüge zur Auswahl. Ich sah mir Lübeck mehr oder weniger an, d.h. ich machte eine Hafenrundfahrt mit, ging in den Marzipanspeicher, auf den Turm einer Kirche, zum Holstentor und das war's dann auch schon. Ich war allein dort unterwegs, hatte aber noch sehr viel Zeit bis zur Abfahrt. Also lief ich nochmals zum Holstentor, legte mich auf die Wiese, cremte mich ein und schlief. Beinahe hätte ich die Abfahrt verpasst. Auch in Hamburg war ich. Das schöne war, dass ich dort einen Bekannten aus meiner Heimat getroffen habe. Wir setzten uns in den Schatten eines Cafés und redeten sehr viel. Die Welt ist eben doch klein. Ein weiterer Ausflug war zum Wasserski- und Wakeboard-Park. Das einzige, was ich in der Form mal gemacht habe, war Langlauf. Es dauerte eine Weile bis ich die Technik raus hatte, aber dann es hat echt Spaß gemacht. Abends saßen wir immer am Lagerfeuer beisammen. Ich konnte abschalten. Endlich hatte ich einen entspannten Urlaub, wo mich niemand hetzt und vor allem ich mich selbst nicht.

26.1.14 16:12, kommentieren

Sommer in Südhessen

Obwohl ich im August umzog (es war wirklich heiß), wusste ich noch nicht, wie der gesamte Sommer sein würde. Im Juni 2013 litt meine Heimat nach 11 Jahren erneut an einem Jahrhundert-Hochwasser. Ich konnte nicht hin. Aber ich saß auf heißen Kohlen, denn ich wollte helfen. Stündlich konnte ich Bilder auf Facebook sehen. Es tat in der Seele weh. Aber als dann im Juli der Sommer wirklich begann, konnte ich die Hitze in meiner Dachwohnung nicht ertragen. Oft suchte ich Zuflucht am See. Dort war es zwar auch heiß, aber nicht so stickig. Ich habe es tatsächlich geschafft, über eine Stunde in der prallen Sonne zu liegen (eingecremt) ohne einen Sonnenbrand zu kriegen, aber mal eben ein Stück uneingecremt Motorrad zu fahren und hinterher wie ein Krebs auszusehen. Beachtlich. Ich freute mich schon auf meine drei Wochen Sommerurlaub. Geplant war eine Woche da zu bleiben, eine in der Heimat und eine an der Ostsee zu verbringen.

26.1.14 15:55, kommentieren

Schloßgrabenfest

Ich begann zu leben. Ich erkundete meine neue Umgebung mit meinem Motorrad. Gerne spürte ich die Freiheit. Einfach allein drauf los fahren. Ohne Ziel. Ohne Weg. Der ergibt sich von selbst. Im Mai 2013 fand das jährliche Schloßgrabenfest in Darmstadt statt. Ich ging allein hin. Dort gibt es über mehrere Tage viele verschiedene Acts verschiedener Genres. Ohne Eintritt bezahlen zu müssen. Das wollte ich mir selbstverständlich nicht entgehen lassen. An einem der Tage war ich zur rechten Zeit da und erlebte drei Konzerte aus der ersten Reihe. Es war großartig. 2014 wieder!

26.1.14 15:47, kommentieren

Kassel

Mit der gesamten Klasse ging es für zwei Wochen nach Kassel an die Landesfeuerwehrschule. Wir waren die einzigen "Zivilisten" und fielen deshalb sehr auf. Und weil wir doch alle recht jung sind. Es waren sehr zeitaufwendige zwei Wochen. Früh bis Nachmittag hatten wir Unterricht und hinterher gab es noch Hausaufgaben zu machen. Irgendwann wird es schon anstrengend, wenn alle aufeinander hocken. Ich war froh, wenn wir abends zu viert im Zimmer saßen; uns zurück zogen. An sich gefiel es mir dort oben aber. Die Schule ist quasi mitten im Wald, ab vom Schuss. Man braucht sich um nichts weiter zu kümmern, man hat gutes und vor allem viel Essen, Platz und ein Bett. Es gibt Sozialräume, eine Kneipe usw. Von der Dachterrasse aus hat man einen tollen Blick auf Kassel. Ich habe sehr viel dort mitgenommen, die Lehrer sind echt gute Feuerwehrleute. Deshalb bin ich gerne dort.

26.1.14 15:41, kommentieren

Der erste Urlaub

Vier Monate vergingen seit dem Umzug. Ich sehnte mich arg nach Schnee, Schwibbögen und dem ganzen vorweihnachtlichen Mist. Die letzten zwei Wochen vor meinem Urlaub saß ich in der Berufsschule ab. Dann ging es endlich wieder heim. Es wurde wirklich Zeit. Drei Wochen Heimaturlaub. Hinterher musste ich feststellen, dass ich mir in dieser Zeit zu viel Stress gemacht habe. Ich wollte allen genügen, mich mit allen treffen und währenddessen kam ich einfach nicht zur Ruhe. Ich stellte fest, dass ich es das nächste Mal anders machen muss. Meine Familie ist mehr wert als irgendwelche ehemaligen Schulkameraden. Sie hat meine Zeit eher verdient als andere - eine wichtige Erkenntnis.

26.1.14 15:31, kommentieren

Neuanfang

Nach einer Weile fand sich auch eine tolle Wohnung, die ich schließlich am 21.08.2012. bezog. Ab da begann ein neues Leben. Freiheit. Unabhängigkeit. Mein einziger Anker neue Menschen kennen zu lernen war zunächst die Freiwillige Feuerwehr. Das änderte sich am Einstellungstag. 170 Azubis. Mittendrin 7 Werkfeuerwehrleute. Wir mussten uns erst finden, aber dann brach das Eis zügig. Wir saßen beisammen, redeten. Ich hatte das Gefühl, wir würden uns schon ewig kennen. Besser hätte dieser erste Tag im Berufsleben nicht laufen können. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl es zu bereuen. Ich tat das Richtige. Ich erfüllte mir meinen Traum.

26.1.14 15:21, kommentieren

Abschied nehmen

Mir blieben noch reichlich zwei Monate Zeit, um diese Tatsache zu verdauen. 450 Kilometer würden Heimat und Darmstadt voneinander trennen. Viele Leute einfach verlassen. Gehen. Ich tat es. Es war kein Fehler. Wenn man allein geht, stellt sich schnell heraus, dass viele "Freunde" nur Bekannte waren und dass die Leute, die gehen, Platz für neue Menschen machen. Wer nichts riskiert, wird nichts Besseres finden.

26.1.14 15:10, kommentieren